Von Thomas Steinmann
Natürlich hat die Geschichte um die Triumph Motorräder nicht erst mit den Filmen mit Steve McQueen oder Marlon Brando begonnen. Aber sicherlich haben sie zum Image von Coolness und Rebellion beigetragen!
«The Blue Shark»
Doch lassen Sie mich von vorne beginnen. 1868 gründete Siegfried Bettmann, ein aus Nürnberg in England eingewanderter Deutscher, die Triumph Cycle Company. Ab 1904 begann die Entwicklung eigener Einzylinder-Motoren mit 450 ccm. Bereits im Jahr 1908 gewann ein gewisser Jack Marshall die Tourist Trophy auf der Isle of Man, mit einer Triumph. Dies mit einem Schnitt von 65,1 km/h (!). Die weltweiten Motorradrennen trugen dazu bei, dass die Marke Triumph zu Weltruhm kam. Auch in Amerika, wo Fahrer wie Gary Nixon (1967/68) und Gene Romero (1970) das berühmte Daytona 200-Rennen auf Triumph gewannen, gegen die bis anhin vorherrschenden Harley-Davidson-Motorräder.
Racing: the driving Force! Die TT ist das ultimative Rennen und hat seit über 100 Jahren einen Sonderstatus, wenn es um den definitiven Test von Mensch und Maschine geht. Nicht nur die Rennmaschinen, auch die Weiterentwicklung der Serienmotorräder wurde dadurch entscheidend geprägt.
Mit seinem im Jahre 1937 präsentierten Parallel-Zweizylinder prägte der Triumph-Chef Edward Turner für mehr als 30 Jahre die Entwicklung in der britischen Motorradindustrie. Legendär, die Triumph Tiger 100 mit 498 ccm, über 30 PS und einer Vmax von ca. 160 km/h. 1962 folgte ein weiter Meilenstein in der Triumphgeschichte. Die Triumph Bonneville T120, mit 649 ccm, 46 PS und einer Vmax von ca. 177 km/h. Der Name erinnert an den Erfolg von Johnny Allen in Bonneville (Utah/USA), der auf dem dortigen Salzsee mit seiner «Devil’s Arrow» einen Geschwindigkeitsrekord für Motorräder mit 345,2 km/h aufgestellt hat.
1975 folgte dann das erste, grosse Superbike, die Triumph Trident T160 mit einem 741 ccm-Dreizylindermotor, 58 PS und einer Vmax von ca. 193 km/h. Bei BSA entstand das Schwestermodell, die BSA Rocket 3. Die technische Basis beider Modelle war eng verwandt. Die ersten Trident wurden noch mit den damals futuristischen Raygun-Schalldämpfern ausgerüstet, die den aussergewöhnlichen und heute noch unverkennbaren Klang der Maschinen unterstrich!
Meinen ersten Kontakt mit der Marke Triumph hatte ich im Jahre 1969, als ich bei einem Freund auf dem Sozius seiner 250er Triumph mitfahren durfte. Die Route führte von Basel nach Riehen und wieder zurück. Dabei war die «Egliseekurve» zweimal zu befahren. Und zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mein Fahrer sich jeweils wunderschön in die Kurve legte und ich mich vor lauter Angst regelmässig auf die andere Seite. Daher ist der Platz hinter dem Fahrer noch heute nicht mein Ding!
Persönlich habe ich bereits mehrere Dreizylinder-Triumph-Motorräder mein Eigen genannt. Zwei Triumph-Tiger, jeweils mit dem 955i- bzw. dem 1050-Motor sowie eine Speed Triple mit dem 955i-Motor. Nun hat Triumph im Jahre 2021 mit der Trident 660 eine kleinere Dreizylinder auf den Markt gebracht, die sich inzwischen zu einem richtig heissen Eisen gemausert hat.
Dieses Modell wurde im Jahre 2025 unter dem Stichwort «Bestseller reloaded» noch einmal kräftig überarbeitet, unter anderem mit einem fetten Elektronikpaket. Dazu zählen Kurven-ABS samt -TC sowie ein Quickshifter, einem Tempomaten und drei Fahrmodi (Street, Rain und Sport). Und das Sahnehäuptchen ist mit rund 9’200.- Schweizer Franken der Preis!
Die Trident 660 ist ein Mittelklasse-Naked-Bike mit immerhin 82 PS bei 194 kg «Kampfgewicht» (vollgetankt, notabene)! Hervorragend sind ihre Durchzugswerte im 6. Gang: 60-100 km/h in 3,9 Sek, womit sie manch hubraumstärkeres Bike «alt aussehen» lässt! Vor ca. zwei Wochen hat meine Trident 660 ihren ersten (1’000er) Service bekommen, was bedeutet, dass ich sie nun auch «auswringen» darf. Und je höher die Drehzahl, umso schöner der Dreizylinderklang, der laut Experten sogar süchtig machen kann!

