Von Thommy Steinmann
Exklusive Motorräder – da denkt man an seltene Spezialitäten wie Bimota und EGLI, oder an italienische Liebhaberstücke von Ducati oder Laverda. Niemand wird auf Anhieb auf die Idee kommen, dass es auch japanische Raritäten gibt.
Ausgerechnet vom damaligen Marktführer Honda ist ein Modell erhältlich, das im Strassenverkehr zu den ganz seltenen Stücken gehört.
Die 250er Honda VT 250 F2 mit Zweizylinder-V-Motor wurde 1982 erstmals vorgestellt. Der wassergekühlte DOHCV Viertaktmotor mit 4 Ventilen pro Zylinder, mit 90 Grad Zylinderbankwinkel, reduzierte die Vibrationen im Vergleich zu Zweizylinder-Reihenmotoren deutlich! Der Motor ist prinzipiell ein halbierter Motor der Honda VF 500! Der Hubraum betrug 248 ccm, er leistete 35 PS bei 11’000 U/Min. und entwickelte ein Drehmoment von 21,5 Nm bei 10’000 U/Min.
1983 wurde das Motorrad mit einer Vollverkleidung angeboten, um einen besseren Windschutz zu bieten. Die Honda verfügte über ein 6-Gang Getriebe, Transistorzündung und E-Starter. Das Bremssystem bestand vorne aus einer Scheibenbremse, hinten war eine Trommelbremse verbaut. Das Trockengewicht lag bei 149 kg, vollgetankt bei 167 kg. Der Doppelschleifenrohrrahmen bestand aus Rundrohren, vorne versah eine TRAC-Antidive Vordergabel ihren Dienst, hinten eine luftunterstützte Pro-Link Hinterradfederung.
Sonorer Viertaktsound aus schwarzen Megafon-Schalldämpfern und ein bei 12’500 U/Min. beginnender roter Bereich auf dem Drehzahlmesser lässt Höhenflüge zu, die bis vor einigen Jahren hochkarätigen Rennmaschinen vorbehalten waren. Eine weitere Besonderheit war die gekapselte Scheibenbremse mit Doppelkolbenzange im Vorderrad. Com-Star-Räder mit Aluminiumspeichen vervollständigen das exklusive Erscheinungsbild.
Den Spurt zur 100 km/h-Marke schafft die 250er in knapp 7 Sekunden und mit langliegendem Fahrer stehen etwa 170 km/h auf dem Tachometer.
Fazit: Die Honda VT 250 F2, mit ihrer filigranen Technik, bietet Fahrspass durch Handlichkeit, ihr drehfreudiger V2-Motor mit überzeugender Laufkultur und geringem Benzinverbrauch wird auf Landstrassen schnell zum Schrecken aller Big Bikes.
Thommy Steinmann, 25.10.2024


Die VT 250. Aha. Bisher hatte Honda seit den 50 er Jahren Twins mit stehenden, allenfalls leicht nach vorne geneigten Zylindern gebaut. Solide, alltagsorientierte Motorräder.
Uebertechnisierte Drehorgeln wie die VT 250 mit entsetzlichen Drehmomentkurven waren nun angesagt. Und prompt kam es zu Motorschäden. Darauf sollte man nicht wetten, doch leider bekamen einige Recht, die genau dies taten.
Meine Wenigkeit verabschiedete sich 1984 von Honda. Für lange 25 Jahre. Die Quittung für die chaotische Modellpolitik und das V-Motoren Desaster bei Honda jener Jahre.
Bleibt noch, zu hoffen, das Ganze wiederholt sich nicht im Jahr 2026. Wieder lese ich von erheblichen technischen Probleme bei CB 1000, CBR 600, CL 500. Das ist nicht das, was von Honda erwartet wird.